Was wird an Fronleichnam gefeiert? Und was hat das mit Pfingsten zu tun?

„Fron" ist eine althochdeutsches Wort, das aus dem Wort „Fro" (Herr, Gott) abgeleitet wurde. Ein Frondienst war demnach ein Herrschaftsdienst. Dieses Wort bekam später die Bedeutung „schwere, harte Arbeit für jemanden".

„Fronleichnam" bedeutet also „Leichnam des Herrn" oder auch „Leichnam Gottes". Gemeint ist damit die Hostie (d. h. „Opfer, Sühnopfer", Oblaten aus Weizenmehl und Wasser), die nach katholischer Vorstellung in der Messe zum tatsächlichen Leib Jesu verwandelt und vom Priester erneut geopfert wird. Zum Fronleichnamsfest wird eine geweihte Hostie nach der Messe in einer Monstranz (d. h. ein „zeigendes Gefäß") in einer Prozession durch die Straßen der Stadt getragen. Dabei werden verschiedene Altäre aufgesucht, an denen Worte aus den Evangelien gelesen und Gebete gesprochen werden.

Die katholische Kirche feiert dieses Fest seit 1264 n. Chr. am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Eigentlich sollte es am Donnerstag vor Ostern gefeiert werden, an dem Jesus das Abendmahl eingesetzt hat. Weil man aber in dieser Woche keine Unruhe haben wollte, wurde es verlegt.

Martin Luther lehnte dieses Fest scharf ab. In der Bibel wird nämlich gesagt,  dass Jesus nur ein einziges Mal geopfert worden ist. Dieses einmalige Opfer reicht völlig für die Erlösung des Menschen. Es bedarf keines weiteren Opfers mehr für die Sünde  (Hebräer 9,28; 10,12-18). Die wiederholte Opferung Jesu in der Messe ist also nicht in Übereinstimmung mit diesen Aussagen. Eine Verwandlung der Oblate in den tatsächlichen Leib Jesu lässt sich außerdem nicht mit der Bibel belegen. Beim Abendmahl sollen Brot und Wein nur Jesu Leib und Blut symbolisch darstellen.