Muss man bei der Frage der Auferstehung der Toten nicht den Verstand abschalten?

"Durch Information entsteht bei Computerspielen aus Energie eine Welt mit ihren 'Lebewesen'. Auch Gott hat auf viel größere Weise Energie durch Information zu Atomen und Molekülen, zu Pflanzen, Tieren und Menschen geformt."

Menschen mit einem rein materialistischen Weltbild sind der Überzeugung, dass unsere geistigen und emotionalen Fähigkeiten nur Funktionen des Gehirns sind. Wird dieses beschädigt oder zerstört, werden auch Denken und Fühlen beeinträchtigt oder beendet. Ist der Körper gestorben, sind damit alle geistigen Funktionen tot. Der Mensch existiert nicht mehr. Deshalb kann er weder von den Toten auferstehen, noch den Lebenden als Geistwesen erscheinen.

Dem setzen die Spiritisten, Esoteriker und auch manche Christen entgegen: Der Mensch besteht aus dem vergänglichen Körper und einer unsterblichen Geistseele. Stirbt der Körper, kehrt diese wieder in ein geistiges Reich oder den Himmel zurück. Sie kann den Lebenden erscheinen oder in neue Körper schlüpfen (Reinkarnation).

Die Bibel kennt jedoch keine „unsterbliche Seele". Diese Ansicht kam erst im 3. Jh. n. Chr. aus dem griechischen Denken in das Christentum und wurde von der katholischen Kirche 1515 n. Chr. zur Glaubenslehre erhoben. Dr. Martin Luther lehnte sie mit scharfen Worten als „Teufelslehre" ab.

Die Bibel zeigt vielmehr, dass der Körper des Menschen nach seinem Tod zerfällt (Sprüche 3,19.20) und alle seine geistigen Funktionen enden (Prediger 9,5.6.10). Tote können also weder denken, wollen, fühlen, noch die Welt beeinflussen. Sie sind wirklich tot. Hier bewegt sich die Bibel noch auf der Ebene wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das Denken ist hier also erlaubt.

Doch was ist mit der Auferstehung? Ist sie überhaupt möglich, wenn es keine unsterbliche Geistseele gibt, die irgendwo aufbewahrt wird, bis sie einen neuen Körper erhält? Auch bei diesen Fragen müssen wir nicht unseren Verstand abschalten. Wer beispielsweise ein Computerspiel schreibt, erschafft eine „Welt" aus Energie (elektrischer Strom) und Information (Computerprogramm). Durch die Information entsteht aus der Energie eine Welt mit ihren „Lebewesen". Auch Gott hat auf viel größere Weise Energie durch Information zu Atomen und Molekülen, zu Pflanzen, Tieren und Menschen geformt.

Die Information über ein Wesen in der künstlichen Computerwelt kann nun auf einer Diskette abspeichert werden. Wird dann der Computer zerstört, ist dieses Wesen zwar „gelöscht" – doch es erwacht zu neuem Leben, wenn das Programm in einem anderen Computer neu gestartet wird. Auf diese Weise wird dann das „gestorbene" Wesen wieder „lebendig".

Genauso kann Gott auch die Information über uns wieder aktivieren (inklusive der in unserem Hirn abgespeicherten Daten) und uns mit ihrer Hilfe neu erschaffen, sodass wir von den Toten auferstehen. Und es ist für ihn eine Kleinigkeit, dabei „Programmfehler" auszumerzen und „schadhafte Daten" zu löschen, sodass ein vollkommenes Wesen entsteht.

Wissenschaftler arbeiten heute bereits daran, durch Klonen (d. h. Übertragung der Information in den Genen) Lebewesen zu reproduzieren und Programmfehler in den Erbanlagen auszubessern. Sie planen auch, die im menschlichen Gehirn gespeicherten Daten aufzuzeichnen, um sie später in ein anderes Hirn übertragen zu können. Weshalb sollte Gott nicht möglich sein, woran Menschen schon arbeiten?