Kann man der Bibel wirklich vertrauen?

„Die Archäologie bestätigt immer wieder die historischen Aussagen der Bibel.“

Die Bibel erhebt den Anspruch, Offenbarung Gottes zu sein. Wenn das stimmt, muss sie Wahrheiten enthalten, die eindeutig sind und die Menschen sich nicht ausgedacht haben können (vgl. Jesaja 41,23). Tatsächlich enthält sie Aussagen über die Zukunft, die keine Spekulationen sind. Wir finden Hunderte von Prophezeiungen in der Bibel, die historisch nachgeprüft werden können. Die meisten davon haben sich schon erfüllt. Die restlichen Prophezeiungen liegen noch in der Zukunft. Sie alle geben uns die Sicherheit, dass in diesem Buch tatsächlich Gott zu uns spricht.

Manche Prophezeiungen der Bibel waren zeitweise Zielscheibe von Spott und Unglauben. Sie berichten vom Untergang bedeutender Städte und Reiche der Antike. Die Existenz einiger Städte war von Kritikern der Bibel angezweifelt worden. Doch die Ausgrabungen der Archäologie haben die Zweifler verstummen lassen. Die Bibel ist ein historisch zuverlässiges Buch, dessen Genauigkeit auch die Fachwelt in Staunen versetzt.

Diese Prophezeiungen stellen für Gottesleugner eine Herausforderung dar. Könnten sie die Voraussagen widerlegen oder ihr Eintreffen verhindern, hätten sie starke Argumente gegen die Vertrauenswürdigkeit der Bibel. Tatsächlich versuchte ein römischer Kaiser aus diesem Grund eine Prophezeiung zu vereiteln:

Der Prophet Daniel kündigte im Jahr 538 v. Chr. die Zerstörung des zweiten jüdischen Tempels an, als dieser noch nicht errichtet worden war. Außerdem prophezeite er, dass der Tempel bis zum Ende der Welt verwüstet bleiben wird (Daniel 9,26.27). Jesus griff diese Prophezeiung auf und bestätigte ihre Richtigkeit (Matthäus 23,38; 24,1.2.15). Tatsächlich zerstörten die Römer 70 n. Chr. bei der Eroberung Jerusalems auch das Tempelgebäude. Im Jahr 135 n. Chr. schlugen sie den Aufstand des jüdischen Freiheitskämpfers Bar Kochba nieder. Danach pflügten die Römer sogar den Tempelplatz und verunreinigten ihn durch Schweineopfer. Bis dahin hatte sich Daniels und Jesu Prophezeiung exakt erfüllt.

Im Jahre 361 n. Chr. übernahm Kaiser Julian die Herrschaft im Römischen Reich. Er war ein überzeugter Heide und bekämpfte wie viele seiner Vorgänger das Christentum. Deren Verbote des christlichen Glaubens und Verfolgungen waren jedoch erfolglos geblieben. Deshalb wollte Julian den christlichen Glauben mit Vernunftsgründen widerlegen. Er stieß dabei auf die von Christus bestätigte Prophezeiung Daniels. Hier sah er die Möglichkeit, Altes und Neues Testament gleichzeitig zu entkräften.

Kaiser Julian gab deshalb den Befehl, den jüdischen Tempel wieder aufzubauen und stellte die nötigen Mittel bereit. Außerdem rief er die Juden auf, ihn zu unterstützen. Sein Vorhaben scheiterte jedoch. Die Geschichtsschreibung berichtet, dass Erdbeben und Feuersbrünste den Tempelplatz erneut verwüsteten. Juden und Römer flohen entsetzt und bezeichneten diesen Ort als verflucht. - Kaiser Julian hatte versucht, eine Prophezeiung der Bibel zu widerlegen. Aber er scheiterte kläglich. Auf seinem Totenbett gestand er: „So hast du nun doch gesiegt, Galiläer!" (Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, J.C.B. Mohr-Verlag, Tübingen 1971, S. 93).

Gott teilt uns also durch die Propheten der Bibel mit, was er sich vorgenommen hat. Auch wenn er Menschen gebraucht, um uns seinen Willen und seine Pläne mitzuteilen, ist sein Wort vertrauenswürdig. Was er beschlossen hat, geschieht. Die Prophetie gibt uns Sicherheit, dass Gott durch die Schreiber der Bibel zu uns spricht.