An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

"Es ist keine Seligkeitsfrage, an welchem Tag Jesus starb. Viel wichtiger ist, dass er für uns starb."

Aufgrund historischer Fakten kennen wir zwar das Jahr der Kreuzigung Jesu (31 n. Chr.), aber auf welchen Tag der Passahsabbat in diesem Jahr fiel, ist nicht mehr feststellbar. So lässt sich auch nicht anhand der Passahfeier die Frage klären, ob Jesus tatsächlich am Freitag gekreuzigt wurde oder am Mittwoch, wie manche Christen behaupten. Es ist sicherlich keine Seligkeitsfrage, an welchem Tag Jesus starb und ob er tatsächlich 3 x 24 Stunden im Grab lag oder nur einen ganzen und zwei angebrochene Tage. Wichtig ist vielmehr, dass wir durch seinen Tod und seine Auferstehung Vergebung unserer Schuld und ewiges Leben haben.

Das Neue Testament verwendet drei unterschiedliche Ausdrücke für die Zeitperiode, in der Jesus im Grab lag:

In drei Tagen: Matthäus 26,61; 27,40; Markus 14,58 (griech.: innerhalb von 3 Tagen); Johannes 2,19-21

Nach drei Tagen: Matthäus 27,63; 12,40 (u. 3 Nächten); Markus 8,31

Am dritten Tag: Matthäus 16,21; 17,23; 27,64; Lukas 9,22; 24,21.46

Diese Unterschiede zeigen, dass man unter den o. g. Redewendungen damals keine vollen 72 Stunden verstand. Die Juden achteten nicht auf die genaue Stundenzahl, wenn sie von „Tagen" oder „Tag und Nacht" sprachen.

Wurde Jesus aber tatsächlich schon am Mittwoch gekreuzigt und lag er volle drei Tage und Nächte im Grab, stellt sich die Frage, weshalb die Frauen Jesus nicht schon früher einbalsamieren wollten. Am Sonntagmorgen wäre es bei der Hitze in Palästina dafür zu spät gewesen (vgl. Johannes 11,39).

Der Bericht über die Emmausjünger zeigt am deutlichsten, an welchem Tag Jesus gekreuzigt wurde (Lukas 24,1.13.20.21.46). Die Jünger gehen am Sonntagabend nach Hause und erklären dem unbekannten Wanderer, dass Jesus gekreuzigt wurde (Vers 20) und dass es „heute der dritte Tag" sei, seitdem „dies geschehen ist". Dieser Ausdruck weist eindeutig auf die Kreuzigung hin. Wäre die Kreuzigung am Mittwochnachmittag gewesen, hätten die Emmausjünger am Sonntag nicht vom „dritten Tag" sprechen können. Auch wenn sie sich auf Mittwochabend bezogen hätten (Beginn von Donnerstag), würde ihre Aussage nicht stimmen, denn sie hätten dann vom „vierten Tag" sprechen müssen. In Vers 46 verknüpft Jesus die Auferstehung am dritten Tag mit seinem Leiden. Wäre Jesus am Mittwochnachmittag gekreuzigt worden, würde der dritte Tag der Freitag sein. Außerdem stehen Vers 21 und 46 im Zusammenhang. Die Emmausjünger nennen den Sonntag „dritten Tag". Demnach müsste auch Jesus in Vers 46 den „dritten Tag" auf den Sonntag beziehen.

Für die Kreuzigung Jesu am Freitag spricht auch folgender Gedanke: So wie Gott die Erschaffung der Welt am Freitag beendete und von seinen Werken ruhte, so schloss Jesus sein irdisches Erlösungswerk am Freitag ab und ruhte am Sabbat im Grab. Am Sonntag dagegen „arbeitete" er wieder, übte Seelsorge und legte die Bibel aus. Diese Parallele zwischen der Sabbatruhe Jesu bei der Schöpfung und bei der Wiederherstellung der Schöpfung ist ein starkes Argument für seine Kreuzigung am Freitag.