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03.05.2018

An(ge)dacht: Reden mit Gott

Heute gibt es viele Möglichkeiten, mit anderen Menschen online ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Doch gerade dadurch macht sich Einsamkeit im echten Leben bereit. Mit wem kann man noch tiefe, ehrliche Gespräche führen?

In unserer heutigen Welt ist es ja nicht gerade still. Doch wie viele Worte, welche Worte erreichen uns denn noch? Einerseits sind wir gut vernetzt und technisch hochgerüstet. Andrerseits bemerken Soziologen und Psychotherapeuten, dass sich heute zunehmend das Phänomen moderner Isolation breit macht. Mit anderen Worten: Wir haben unzählige Freunde in Facebook und Co – und keinen einzigen mehr im echten Leben. Wir sitzen vor dem Bildschirm, klicken uns durch die Welt – und sind doch allein. Ein Teufelskreis, denn je weniger positive Erlebnisse ich in der Realität mit anderen Menschen habe, desto mehr flüchte ich in die Welt meiner online-Kontakte. Dort ist die Welt ja scheinbar noch heil, dort bin ich Teil einer weltweiten Community. Der Unterschied? Das Lächeln eines Menschen, sein Händedruck, die gesprochenen Worte, die Mimik und Gestik, die ganz persönliche Nähe ist durch nichts zu ersetzen. Wir brauchen diese Nähe.

Das hat auch Captain McDaniel erlebt, als er während des Zweiten Weltkriegs in Isolationshaft ins berüchtigte „Hanoi Hilton“ musste.

Captain McDaniel klopfte an die Wand seiner Zelle. Poch – poch – poch – er bediente sich dabei des speziellen Lagercodes, den andere Gefangene ihm beim kurzen Gang in den Waschraum schnell zugeflüstert hatten. Dies war der einzige Moment des Tages, wo McDaniel andere Menschen zu Gesicht bekam. Die Isolationshaft galt als die schwerste Strafe im Kriegsgefangenenlager. Einsam in der Dunkelheit der kleinen Zelle gefangen, isoliert vom Rest der Welt – wer würde da nicht verrückt werden und resignieren? McDaniel überlebte dank des Lagercodes, mittels dessen er mit den anderen Gefangenen kommunizieren konnte, und wenn auch nur durch Klopfen an der Wand. Er wusste, er war nicht allein.

Vielleicht haben Sie keinen Menschen, mit dem Sie reden können. Niemanden, der Ihnen gerne zuhört. Vergessen Sie nicht: Es ist immer einer da, der auf Ihren Anruf wartet. Gebete sind gebührenfrei. Gott ist immer online. Und er liebt ehrliche Worte, Worte, die aus dem Herzen kommen. Auch wenn es vielleicht schon lange her ist, dass Sie das letzte Gebet gesprochen haben – haben Sie Mut, reden Sie wieder mit Gott. Er hat für Sie Zeit und er interessiert sich für Sie und Ihre Anliegen!

Claudia Flieder

 

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