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14.12.2016

Angefragt: Brauchen wir einen Sündenablass?

Wir alle machen Fehler, begehen Sünden. Doch wie werden wir frei davon? Wer nimmt uns unsere Schuld ab? Müssen wir Vergebung durch gute Werke oder durch Ablasszahlungen „verdienen“? Erfahren Sie mehr über Gottes Gnade!

In vielen Religionen stellt man sich das Ende des Lebens als Stunde der Abrechnung vor. Je nachdem, wie ich gelebt habe, überwiegen die guten oder schlechten Taten. Die Bilanz entscheidet über mein ewiges Schicksal.

Auch mancher Christ fragt sich besorgt, ob es am Ende wohl reichen wird, ob man genügend gute Werke angesammelt hat. Dabei sollen Sühnehandlungen helfen, die ewige Strafe abzuwenden: Gebete, Pilgerreisen, Almosen ... Was man im Diesseits nicht ableistet, muss angeblich später im Fegefeuer erlitten werden. Sogar die seit 500 Jahren umstrittenen Ablässe gibt es noch, z. B. für diejenigen, die im „heiligen Jahr“ bestimmte „heilige Pforten“ durchschreiten. Sind solche Ablasshandlungen nötig? Bringen sie mir wirklich Vergebung der Sünden?

Wer die Bibel liest, findet dort keine Aufforderung zu Sühneleistungen. Im Gegenteil: Nichts, was der Mensch leistet, könnte ihm das Heil erkaufen. „Aus Gnade seid ihr errettet“, betont Paulus, „nicht aus Werken“ (Epheser 2,8-9). Er stellt klar, dass „aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt“ wird (Galater 2,16). Wenn wir durch unsere guten Taten gerettet werden könnten, wäre „Christus umsonst gestorben“ (Galater 2,21)!

Kein Mensch, egal wie „heilig“, kann durch seine eigenen Verdienste erlöst werden. Paulus schreibt diesbezüglich: „Es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Römer 3,22b-24). Erlösung ist ein reines Geschenk. Wir haben nichts dazu getan, wir haben es nicht verdient.

Wir mögen ein anständiges Leben führen, doch kann niemand behaupten, den Maßstab Jesu vollkommen zu erfüllen (Matthäus 5,21-48; Jakobus 4,17). Gott sei Dank hat Jesus uns einen Tausch angeboten. Er nimmt den Tod auf sich, die logische Folge der Sünde, die Trennung von Gott. Stattdessen bekommen wir ein ewiges Leben, das eigentlich nur er verdient hat. Bis es soweit ist, gibt die Bibel ein einfaches Rezept für den Umgang mit Schuld und Versagen: „Wenn wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünde vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9).

Unser Fürsprecher ist dabei niemand anders als Jesus selbst: „Einer ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus“ (1. Timotheus 2,5). Er ist Mensch geworden, um die Trennung zu Gott zu überwinden. Er ist nun unser „Priester“ und wir dürfen zuversichtlich zu Gott kommen (Hebräer 4,15-16). Das befreit und macht froh und dankbar, es motiviert auch dazu, gerne und frei für Gott und den Nächsten tätig zu sein.