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29.06.2017

Angefragt: Glaube oder Werke?

Können wir uns durch gute Werke das ewige Leben verdienen? Viele Menschen leben in dieser Annahme. Die Bibel sagt das Gegenteil: Allein durch Jesu Opfer sind wir gerettet!

Martin Luther, der in jungen Jahren aufgrund eines Gelübdes als Mönch ins Kloster ging, machte sich das Leben dort zunächst nicht leicht. Immer wieder plagte ihn der Gedanke an den strafenden Gott und an seine Sünden. Durch Bußleistungen und Askese versuchte er, den richtenden Gott gnädig zu stimmen. Letztlich waren es Texte der Bibel, die ihm zu einem neuen Verständnis verhalfen, darunter v. a. „Der Gerechte wird aus Glauben leben“ (Römer 1,17b). Was heißt das eigentlich? Und was war und ist daran so neu?

Viele Menschen leben in der Vorstellung, dass es die guten Taten sind, die darüber entscheiden, ob man ewiges Leben bekommt und von Gott angenommen wird (oder eben nicht). Wer sich rühmen kann, ein ganz guter Mensch zu sein, weil er keine Verbrechen begeht, immer freundlich ist, vielleicht sogar in die Kirche geht und viel spendet, geht oft auch davon aus, dass er vor Gott gut dasteht.

Die Bibel widerspricht dieser Vorstellung, indem sie aufzeigt, dass kein Mensch Gott beeindrucken oder dem himmlischen Maßstab auf eigene Faust gerecht werden kann (Römer 3,22-24). Wenn das möglich wäre, hätte Jesus nicht für uns sterben und den Preis für das ewige Leben bezahlen müssen. Dann hätte es gereicht, wenn er uns ein paar Moralprinzipien gelehrt hätte. Erlösung könnten wir uns selbst besorgen.

Hinter den Kulissen unseres Lebens spielt sich eine Art himmlischer Gerichtsprozess ab. Der Gegenspieler beanstandet, dass Gott Menschen retten möchte, weil sie eigentlich alle als Sünder den Tod verdient hätten. Christus tritt für uns ein, weil er seine göttliche Position verlassen hat, um an unserer Stelle den Tod auf sich zu nehmen (Philipper 2,5-11).

Jeder Versuch, sich das ewige Leben durch gute Taten selbst zu verdienen, verkennt einerseits, wie groß die Sünde ist, und andererseits, wie unersetzlich das Opfer Jesu ist. Er ist tatsächlich unsere einzige Hoffnung! Wer darauf vertraut, lebt „aus Glauben“, wie es der anfangs erwähnte Text sagt. Gute Taten haben im Leben des Christen natürlich trotzdem ihren Platz, aber nicht, um sich damit vor Gott Lorbeeren zu verdienen, sondern um ihm Ehre und Freude zu bereiten und um unsere Dankbarkeit für die Erlösung auszudrücken. Das ist eigentlich auch die allerbeste Motivation dafür!

Luise Schneeweiß

 

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