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25.12.2017

Angefragt: Hat Gott alles vorherbestimmt?

Wie frei sind wir Menschen in unseren Entscheidungen? Hat nicht Gott längst alles vorherbestimmt? Schon in der Reformationszeit hat man über diese Frage diskutiert. Was sagt die Bibel dazu?

Schon in der Reformationszeit hat man über eine Frage diskutiert, die heute viele beschäftigt. Wenn Gott allwissend und allmächtig ist, sind wir dann überhaupt noch wirklich frei? Ist nicht alles vorherbestimmt? Und ist es nicht ungerecht, wenn Gott manche Menschen auserwählt und andere nicht, wie z. B. bei Jakob und Esau (Römer 9,11-13)? Es gibt tatsächlich Texte in der Bibel, die davon sprechen, dass bestimmte Menschen oder Gruppen von Gott auserwählt sind. Dabei geht es aber nie darum, dass sie zur Errettung oder zum Verlorensein vorherbestimmt wären, sondern dass er eine bestimmte Aufgabe für sie hat, z. B. Vorfahren des Messias zu werden.

Gott wünscht sich für ALLE Menschen, dass sie gerettet werden und nicht verloren gehen (1. Timotheus 2,4; 2. Petrus 3,9). Diese Errettung macht sich daran fest, ob jemand die durch Christus angebotene Erlösung annimmt oder nicht (Markus 16,16; Johannes 3,16; 1. Johannes 5,12-13). Dafür, dass wir den rechten Weg finden, setzt Gott alles ein. Ein Ruf zur Umkehr würde keinen Sinn machen, wenn unser ewiges Schicksal schon längst entschieden wäre! Das Gegenteil ist der Fall: Es ist für uns noch alles offen. Wir können entweder den Weg mit Jesus einschlagen (bzw. daran festhalten) oder uns jederzeit wieder davon abwenden.

Natürlich kennt Gott die Zukunft bereits. Er weiß, welche Entscheidungen wir noch treffen werden. Dieses Vorherwissen ist aber keine Vorherbestimmung. Wir bleiben immer frei. Freiheit ist ein Grundprinzip Gottes (2. Korinther 3,17). Sie ist eines der größten Geschenke, die er uns macht. Wahre Liebe ist nur möglich, wenn sie freiwillig ist. Unsere Freiheit war Gott so wichtig, dass er das Risiko eingegangen ist, dass wir uns auch von ihm abwenden können.

Dass Gott Luzifer, Kain, Judas und viele andere Abtrünnige trotz seines Vorherwissens überhaupt erschuf und ihnen in Liebe begegnete, spricht dafür, dass er 100 % gerecht ist und jedem eine Chance gibt. Keine dieser Personen war dazu vorherbestimmt, böse zu werden. (Sonst wäre ja Gott selbst der Urheber und Verantwortliche für das Böse! Sie hätten keine Wahl gehabt, wären also auch nicht schuld!) Nein, sie haben sich im Rahmen ihres freien Willens bewusst für das Böse entschieden und müssen auch die Verantwortung dafür tragen.

Vorherbestimmt von Gott war das: Dass Jesus Christus als Erlöser auf die Erde kommen würde und damit die Voraussetzung für unsere Errettung schaffen würde (Epheser 1,3-13). Wer das annimmt, gehört zu den Auserwählten. Gebrauchen wir deshalb unseren freien Willen für die beste Entscheidung, die wir treffen können: Werden wir Nachfolger Jesu!

Luise Schneeweiß