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03.05.2018

Angefragt: Schuld und Gnade

Viele Menschen haben ein Problem mit Schuld. Was sagt die Bibel dazu? Sucht Gott die Schuld der Eltern an den Kindern heim? Oder lässt er Gnade walten? Lesen Sie selbst!

„Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2. Mose 20,5.6) Dieser Bibeltext hat schon manchen Bibellesern Kopfzerbrechen bereitet. Werden hier etwa unschuldige Kinder für die Vergehen ihrer Eltern verantwortlich gemacht? Und das noch über Generationen?

Hesekiel 18,5 scheint genau das Gegenteil auszusagen: „Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters mittragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes mittragen.“ Hier ist die Rede davon, dass Gott niemanden für die Taten seiner Eltern in die Pflicht nimmt. Jeder steht für sich selbst und trägt nur für sein eigenes Leben die Verantwortung. Gott möchte schließlich, dass alle Menschen ewig leben können (Vers 23).

Was ist also gemeint im 2. Gebot (2. Mose 20,4-6)?

Fakt ist natürlich, dass das Vorbild von Eltern einen großen Einfluss hat und dass bestimmte Neigungen leider auch weitergegeben werden (z. B. zum Alkoholismus). Gott macht aber niemanden für eine Neigung verantwortlich. Er schenkt gerne Kraft und Hilfe, damit man einen neuen und besseren Weg einschlagen kann. Das "teure Blut Christi“ kann uns frei machen von dem "nichtigen Wandel nach der Väter Weise“ (1. Petrus 1,18.19).

Gott sucht die Vergehen nur dann weiterhin heim, wenn die betroffenen Nachkommen Gott ebenfalls hassen. Wenn ein Mensch Gott hasst, begibt er sich unter den Fluch der Sünde und Gottferne. Das wird auch sein Handeln prägen. Wenn aber jemand Gott liebt, kommt er in Gottes Segenskreislauf hinein. Für ihn gilt das, was in 2. Mose 20,6 steht: Gott erweist Gnade an tausenden Generationen bei denjenigen, die ihn lieben und seine Gebote halten.

Es kommt immer darauf an, welche Entscheidungen der Einzelne trifft. Gott ist bereit, uns bis in die Ewigkeit zu segnen (tausende Generationen)! Seine Gnade ist daher viel stärker als sein Zorn (nur 3-4 Generationen). Darum geht es in dem Text. Warum überlesen wir das so oft?

Luise Schneeweiß

 

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