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04.03.2017

Angefragt: Taufe und Wiedertaufe

Was ist mit der biblischen Taufe gemeint? Lesen Sie mehr über die Umkehr des Menschen zu Gott und sein JA zum Leben mit Christus. Eigentlich kann sich erst ein mündiger Mensch bewusst für die Nachfolge Jesu entscheiden…

Zur Zeit der Reformation wurden viele ursprüngliche Wahrheiten des Evangeliums wiederentdeckt. Die sogenannten Wiedertäufer (Anabaptisten) gingen noch einen Schritt weiter als die großen Reformatoren, indem sie wie zur Zeit des Neuen Testaments nur Jugendliche und Erwachsene tauften. Wir wollen uns heute ansehen, was die Bibel zum Thema Taufe sagt:

Die erste Erwähnung der Taufe finden wir im Bericht über Johannes den Täufer. Dieser Wegbereiter Jesu predigte eine deutliche Botschaft: "Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen." (Matthäus 3,1-2) Etliche seiner Hörer ließen sich von ihm im Jordan taufen. Diese Taufe war mit Umkehr und Sündenbekenntnis verbunden (Matthäus 3,6). Solch eine bewusste Entscheidung konnte nur von Jugendlichen und Erwachsenen erwartet werden. Auch Jesus ließ sich von Johannes im Jordan taufen, zu einer Zeit, in der er "ungefähr 30 Jahre alt" war, also auch erwachsen (Lukas 3,21-23).

Jesus hatte zwar keine Sünde zu bekennen, wollte den Menschen in seiner Taufe aber ein gutes Beispiel geben (Matthäus 3,15). Im Johannesevangelium unterstreicht er ebenfalls die Wichtigkeit der Taufe: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Johannes 3,5) Beide Ebenen sind hier angesprochen: die bewusste persönliche Hinwendung zu Gott (Geist) und die Taufe (Wasser). Die Bedeutung der persönlichen Entscheidung wird auch in vielen anderen Texten deutlich (z. B. Apostelgeschichte 2,3; 8,35-38; 9,18 u. v. m.).

Die Taufe ist das öffentliche Zeichen dafür, dass ein Mensch einen Bund mit Gott schließt. In Matthäus 28,19-20 erhalten Christen den Auftrag, Menschen zu Jüngern zu machen, sie zu lehren und dann zu taufen. In Markus 16,16 heißt es: "wer glaubt und getauft wird". Glaube und Taufe gehören zusammen. Eine Säuglingstaufe kann diesem Sinn niemals gerecht werden. Römer 6 enthält noch einen wichtigen Aspekt: Die Taufe ist ein Bild für das Sterben des alten Lebens (Untertauchen) und das Auferstehen des neuen (Römer 6,3-5). Aus diesem Grund wurde zur Zeit des Neuen Testaments und in den ersten Jahrhunderten danach immer durch vollständiges Untertauchen getauft (Johannes 3,23; Apostelgeschichte 8,39).

Wenn gläubige Eltern ihre Kinder zu Jesus brachten, ging es nie darum, dass sie getauft werden sollten, sondern dass Jesus sie segnete (Matthäus 19,13-15). Dies tat er gerne. Die Taufe hatte aber einen anderen Zweck und war allein mündigen Personen vorbehalten.

Es gibt heute noch Glaubensgemeinschaften, die wie im Neuen Testament ausschließlich Jugendliche und Erwachsene taufen und damit das Erbe der Wiedertäufer antreten.