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20.02.2018

Aus der Bibel: Redewendungen

Es ist erstaunlich, wie oft wir in unserer Alltagssprache Bibelzitate verwenden. Oft ist uns das gar nicht bewusst. Kannten Sie die Herkunft der Formulierung „ohne Ansehen der Person“?

An dieser Stelle möchten wir Ihnen bekannte Redewendungen vorstellen, die ihren Ursprung in der Bibel haben. Sie werden erstaunt sein, wie viele Zitate in unserem Sprachgebrauch aus diesem besonderen Buch stammen! Nennen wir gleich ein Beispiel:

„Ohne Ansehen der Person“

Diese Wendung besagt, dass jemand unparteiisch entscheidet bzw. urteilt oder richtet. Es kommt nicht auf die Herkunft, Nationalität, Besitz, Kenntnisse oder Intelligenz eines Menschen an, sondern alle werden gleich behandelt.

Ein Idealzustand also, den wir in unserer heutigen Welt kaum antreffen. Es ist doch weitgehend der Fall, dass Menschen sehr wohl nach bestimmten Kriterien beurteilt werden. Der äußere Eindruck genügt schon, um in Sekunden einen ersten Eindruck vom Gegenüber zu gewinnen. Wie leicht können wir uns dabei täuschen! Es ist oft wichtig, ein zweites, drittes … Mal hinzuschauen, um jemanden wirklich gerecht zu werden. Dies ist in der Regel erst in einer Beziehung möglich, in deren Verlauf man jemanden genauer kennen lernt. Vorurteile gibt es heutzutage genug, denn wer macht sich noch die Mühe, eigene Meinungen zu hinterfragen?

Nun aber zur Quelle dieser Redewendung. Wie wir im Alten Testament nachlesen können, war Mose mit dem Volk Gottes Jahrzehnte lang in Wüstengegenden unterwegs. Gott gab ihm bzw. diesen Menschen lebenswichtige Regeln mit, darunter auch für das juristische Handeln:

„Richter und Amtleute sollst du dir einsetzen in allen deinen Stadttoren, die dir der HERR, dein Gott, geben wird, in jedem deiner Stämme, dass sie das Volk richten mit gerechtem Gericht. Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen. Denn Geschenke machen die Weisen blind und verdrehen die Sache der Gerechten“ (5. Mose 16,18-19).

Es war Gott also ein großes Anliegen, dass das Recht nicht gebeugt wurde und alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt wurden. Ein Grundsatz auch für heute? Urteilen Sie selbst!

Quelle: Gerhard Wagner, „Wer´s glaubt, wird selig!“ Regionalia Verlag