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29.06.2017

Die Reformatoren: Martin Luther

Vom Jura-Student zum Reformator: Martin Luther hatte ein bewegtes Leben. Er erkannte: Allein das Vertrauen zu einem liebenden Vater im Himmel schafft Frieden im Herzen.

Martin Luther wird am 10.11.1483 in Eisleben geboren. Sein Lebensweg scheint vorgezeichnet: Er soll Rechtsgelehrter werden. Sein Vater hat schwer im Kupferbergbau gearbeitet, um seinem Sohn Martin das teure Studium zu ermöglichen. Martin zählt schon bald zu den Besten seines Fachs.

2. Juli 1505 – Martin Luther ist zu Fuß von seinem Elternhaus in Mansfeld zurück zur Universität in Erfurt. Der Himmel wird schwarz wie die Nacht. Regenmassen stürzen vom Himmel, Blitze zucken, Donner grollen. In unmittelbarer Nähe schlägt ein Blitz ein. Der junge Student schreit zum Himmel. Er gelobt, Mönch zu werden, wenn er dieses furchtbare Ereignis überlebt.

Zwei Wochen später begibt Luther sich in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt. Der Mönch „Bruder Martin“ hält alle Regeln genau ein und studiert so fleißig, dass er bereits zwei Jahre später zum Priester geweiht wird. Doch stets quält ihn sein Gewissen. Wie kann man Frieden mit Gott finden? Wie bekommt man Sündenvergebung? Luthers Ordensoberer Johann von Staupitz zeigt Luther den barmherzigen Gott, der seinen Sohn aus Liebe zu uns geopfert hat. Die Worte aus Römer 1,17 prägen das Leben des jungen Mönchs nachhaltig: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Luther begreift, dass allein das Vertrauen zu einem liebenden Vater im Himmel Frieden in der Seele schafft.

Im Auftrag seines Ordens begibt sich Luther mit einem Kollegen im Spätsommer 1511 nach Rom. Doch diese Reise endet für ihn enttäuschend. Zu viel Negatives hat er bei der Geistlichkeit in Rom gesehen, zu viel Widerspruch zur Heiligen Schrift. Luther wendet sich von Rom ab und der Bibel zu.1512 wird Luther in Wittenberg der theologische Doktortitel aufgrund seiner hervorragenden Studienleistungen verliehen. Schließlich kommt der Tag, der die Welt verändern wird.

Wittenberg 31.Oktober 1517: Dr. Martin Luther nagelt ein großes Blatt an die Tür der Schlosskirche. Darauf sind 95 Thesen zu lesen. Die Leser sollen prüfen, ob die Praxis der römisch-katholischen Kirche mit der Bibel übereinstimmt. Rom hat verkündet: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.“ Luther hingegen bringt den Menschen die Wahrheit der Bibel nahe: Vergebung ist möglich - auch ohne Priester oder Ablassleistungen -, Vergebung durch das Blut Christi.

Nun reagiert Rom. Papst Leo der X. schickt seinen, wie er meint, fähigsten Mann: Kardinal Cajetan. Er soll den Doktor aus Wittenberg zum Widerruf bewegen. Doch so leicht macht Luther es Cajetan nicht: „Wenn ich anhand der Heiligen Schriften davon überzeugt werde, dass ich geirrt habe, widerrufe ich mit Freuden.“ Widerrufen oder brennen, eine andere Wahl scheint Luther nicht zu haben. Doch da tut sich plötzlich ein Ausweg auf. Es ist nach Mitternacht am 20. Oktober 1518. Heimlich klopft jemand an Luthers Herbergstür. Er wird eindringlich gebeten, sofort mitzukommen, um aus Augsburg zu fliehen.

Drei Jahre später gerät Martin Luther abermals in tödliche Gefahr: Auf dem Reichstag zu Worms stellt man ihn vor die Wahl zu widerrufen oder sterben zu müssen. Luther bittet um Bedenkzeit. Ein Tag wird ihm gewährt. Am nächsten Tag, dem 18. April 1521, ist es soweit. Die Versammlung wird still, als Luther zu sprechen beginnt. Schnell wird er unterbrochen. Er solle nur antworten, ob er bereit sei zu widerrufen. Luther fährt unbeeindruckt fort. Wieder wird er aufgefordert zu widerrufen.

Jetzt folgen die berühmt gewordenen Schlusssätze Luthers: „Wenn ich nicht durch die Heiligen Schriften und klare Vernunftgründe überführt werde, dass ich geirrt habe, kann und will ich nicht widerrufen. Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!“

Die Folge ist die Ächtung des Reformators. Luther ist nun vogelfrei. Das bedeutet, dass jeder ihn straffrei töten kann. Auf dem Weg von Worms Richtung Eisenach wird Luther plötzlich von fünf bewaffneten Reitern überfallen und auf die Wartburg verschleppt. Kurfürst Friedrich der Weise hat den unbeugsamen Luther am Reichstag erlebt und will ihn schützen. Auf der Wartburg lebt der Reformator nun als „Junker Jörg“ in Sicherheit. Schon bald greift Luther zur Feder. In nur elf Wochen übersetzt er das Neue Testament in die deutsche Sprache. Die Druckkunst tut ihr Übriges und immer mehr Menschen können selbst die Bibel lesen - und die Liebe Gottes erkennen.

Mag. Kurt Piesslinger

 

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