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29.06.2017

Erlebt: Nach Gott gefragt

Ein leidvolles Ereignis wie der Verlust eines geliebten Menschen ist schwer zu verarbeiten. Gut, wenn man dann einen Freund zur Seite hat und dadurch zum Frieden mit Gott findet …

Gott? Religion? Damit hatte ich lange Zeit nichts am Hut. Ich wollte mehr als Glauben. So dachte ich damals zumindest. Religion ist etwas für die „Guten“, für die „Braven“. Und damit kann man keinen Spaß haben. Darum ging es mir nämlich meistens: um Spaß!

Als Student fühlte ich mich frei von Zwängen. Ich konnte mir den Tag so einteilen, wie ich wollte.  Außerdem lernte ich an der Uni eine Menge neue Leute kennen. Mit manchen zog ich die ganze  Nacht herum, von Bar zu Bar. Fesche Mädls gab es auch genug! Ein Mitstudent fiel mir allerdings ganz besonders auf. Er sagte, dass er Christ sei. Irgendwie war dieser Daniel ganz nett und hilfsbereit. Da er mir seine Skripten für die Prüfungen borgte, fand ich ihn sehr sympathisch. Mehr wollte ich aber auch nicht von ihm. Bis, bis der bittere Tag kam.

Mein Vater rief mich an und klang am Telefon anders als sonst. „Komm möglichst rasch heim“, war seine knappe Aussage. Zuhause blickten mich die Eltern mit ernsten Gesichtern an. Ich erfuhr, dass bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert worden war. Krebs in fortgeschrittenem Stadium. Ich wollte es nicht glauben. Auch wenn man es mir sonst nicht anmerkte, liebte ich meine Mutter sehr. Ich war allein mit meinem Unglück. Mein Vater war total überfordert. Mit wem konnte ich darüber reden?

Da fiel mir der Christ ein, der mit mir zusammen studierte. Ich hatte seine Telefonnummer und rief ihn an. Er war überrascht, mich zu hören. Ich ließ ihn gar nicht lange reden, sondern platzte mit meinen Fragen heraus: „Wo ist denn dein Gott? Was kann meine Mutter dafür, dass sie krank ist? Ist Gott so grausam, dass ihn das nicht kümmert?“ Daniel hörte mir eine Weile zu. Als ich eine Pause machte, sagte er nur ganz einfach: „Weißt du was, ich kommt zu dir, dann bist du nicht allein. Wir reden oder wir schweigen oder wir weinen, wie es dir danach ist.“ Das beeindruckte mich tief. Dieser Daniel war wirklich ein Freund.

In den nächsten Wochen und Monaten bis zum Tod meiner Mutter stand er mir zur Seite. Ohne zu diskutieren oder zu fragen. Ich wurde nachdenklich. Hat sein Glaube das bewirkt? Erst viel später begannen wir, miteinander über Gott zu reden. Er war mir näher gekommen - in Daniel. Nun möchte ich noch mehr über den Glauben wissen. Und Gott in mein Leben einlassen.

A. K.

 

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