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03.05.2018

Erlebt: Trödeln macht Panik

Wenn Menschen gläubig werden, dann löst das in der Familie nicht immer Begeisterung aus - in diesem Fall sogar heftigen Widerspruch. Vom Bibelkritiker zum Freund Jesu zu werden, ist eine eigene Geschichte - und die finden Sie hier.

Wie bei so vielen Menschen in meinem Umfeld, war ich auf m e i n e (zusammengezimmerte) Weise gläubig - und dies deckte sich nicht mit dem, was in meiner damaligen Glaubensgemeinschaft gelehrt und gelebt wurde. Ungereimtheiten in meinem Gedankengerüst umschiffte ich in Diskussionen, oder, wenn das nicht ging, ignorierte ich einfach. Tatsächlich ergab sich jedoch keine Veränderung. Innere Unruhe und auch Unzufriedenheit nahmen im Lauf der Zeit sogar zu. Mein nächster Schritt war, aus meiner Glaubensgemeinschaft auszusteigen, also behördlich mitzuteilen, dass ich von nun an ohne Bekenntnis sei. Dies tat auch meine Frau.

Während es danach bei mir nicht wirklich vorwärts ging, machte meine Frau große Schritte in ihrer inneren Zufriedenheit, indem sie in der Bibel las. Ich dachte: „Also, das kann nun doch nicht wirklich sein, jetzt haben wir uns endlich von einer altbackenen, verschrobenen Last befreit und nun das, diese alten realitätsfremden Geschichten, die eh keiner versteht! Das kann doch nicht die Grundlage für einen soliden Neubeginn sein!“ Mein Ehrgeiz war geweckt. Ich nahm mir vor, Widersprüche in der Bibel aufzudecken. Natürlich hatte ich meine Schwierigkeiten im Verständnis, denn ich konnte die biblischen Texte nicht oberflächlich lesen, dazu war der Lesestoff zu komplex. Aber es war richtig spannend und so begann ich ein intensives Bibelstudium.

Ich kann nicht schildern, wie genau es im Lauf der Zeit kam, dass ich innerlich völlig überzeugt war, dass Jesus mein Erlöser war/ist. Es war mir klar, aber ich traf nicht die Entscheidung für das Leben mit ihm. Eines Morgens im Frühsommer 1994 wachte ich früh auf und blickte durchs Fenster. Der Himmel, den ich sah, war so mit rötlichen Wolken bedeckt, wie ich es noch nie gesehen hatte. In meinem Kopf war nur ein einziger Gedanke: „Das ist die Wiederkunft Jesu und ich habe mich, wider besseren Wissens, vorher nicht für ihn entschieden!“ Es war nicht die Wiederkunft, aber mein ganz persönlicher Zeitpunkt der Bekehrung!

Heute, vierundzwanzig Jahre später, lese ich nach wie vor gerne in der Bibel, lerne immer noch dazu, entdecke neue Zusammenhänge und genieße es, Erkenntnisse im Gespräch auszutauschen. Obwohl es Bibelstellen gibt, die ich in der ganzen Zeit noch nicht verstehen gelernt habe, fand ich für mich nie mehr einen Widerspruch.

R. B.

 

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