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01.05.2016

Erlebt: Von Gott beschenkt

Wünsche hat wohl jeder Mensch. Manche erfüllen sich bald – andere begleiten uns vielleicht unser Leben klang. Eine Bibelfernkursteilnehmerin erzählt, wie sie in Gott ein erfülltes Leben gefunden hat …

Geschenke – wer liebt sie nicht? Vor allem dann, wenn sie liebevoll ausgesucht wurden!? Als Kind freute ich mich immer riesig über Geschenke. Es war für meine Geschwister und mich nicht selbstverständlich, schönes Spielzeug, modisches Gewand oder andere Kindersachen zu erhalten. Wir mussten sparen, denn meine Mutter war früh Witwe geworden und hatte nun alleine für drei Kinder zu sorgen. Wie oft habe ich neidisch auf die Spielsachen anderer Kinder, die in meine Klasse gingen, geschaut und mir gewünscht, auch mehr zu besitzen. In der Volksschule habe ich deshalb immer wieder „geflunkert“ und kräftig gelogen, wenn es um die Frage ging, was ich denn zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern bekommen hätte. Später, in der weiterführenden Schule, galt mein Interesse mehr dem modischen Gewand. Die anderen Jugendlichen trugen Markenkleidung – ich musste meine Mutter tagelang überreden, mir doch ein schickes Kleid zu kaufen.

Heute lächle ich über diese Wünsche, doch damals waren sie mir bitterernst und ich hatte wenig Verständnis für die Situation meiner Mutter und die Herausforderung, vor der sie tagtäglich stand. Als junge Erwachsene verdiente ich mir mit einer geringfügigen Beschäftigung in einem Supermarkt etwas dazu, um während des Studiums gut auszukommen. Doch da entdeckte ich, dass ich – meiner Meinung nach – wieder „zu wenig“ hatte! Schöne Kleidung konnte ich mir zwar nun leisten – aber wie bekommt man einen Freund, einen Lebenspartner?? Wieder war ich voller Eifersucht, wenn ich miterlebte, wie Freundinnen sich verliebten, verlobten und heirateten.  Meine Unzufriedenheit war über die Maßen groß.

In dieser Zeit lernte ich die Bibel und den christlichen Glauben kennen. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: Da ist ein Gott, der für mich sorgt! Ein Retter, der sich für mich geopfert hat! Und warum das alles, warum dieses Leiden – es geschah aus Liebe zu mir! Langsam begann sich mein immer hungriges Herz zu „füllen“, ich lernte für alles Gute in meinem Leben zu danken. Der Dank veränderte mich: Ich konnte auf einmal so etwas wie „Zufriedenheit“ spüren.

An einen Tag aus dieser Zeit kann ich mich noch ganz genau erinnern: Es war Silvester – und ich war allein. Mein Gast hatte mir kurzfristig abgesagt. Ein Grund, sich unglücklich ins Bett zu verziehen? Nein, ich wollte das Beste aus dieser Situation machen, zog mich warm an und ging spazieren. Dabei traf ich viele fröhliche, ausgelassene Leute, die mich mit ihrem Lachen direkt „ansteckten“. Ich sah bei einem Feuerwerk zu und begab mich anschließend nach Hause. Dort bereitete ich mir eine köstliche Speise zu und genoss „mein“ Silvester. Von diesem Tag an wusste ich: Gott kann die Leere füllen, Gott macht „satt“ und zufrieden, wenn man ihn ins Herz lässt! Aus dieser Freude und Dankbarkeit lebe ich heute und fühle mich von Gott reich beschenkt!