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14.12.2016

Sola Scriptura: Allein die Schrift

Die Bibel allein ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Diese Wahrheit musste vor rund 500 Jahren erst neu erkannt und gelehrt werden…

Es war das gemeinsame Anliegen der Reformatoren, die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Wort Gottes zu lenken. Dies war alles andere als selbstverständlich. Es gab nur wenige dieser wertvollen Abschriften der Evangelien und der Apostel-Briefe. Die Kirche hatte auch kein Interesse, sie dem einfachen Volk zugänglich zu machen. Die Gefahr schien ihr zu groß, dass das Wort durch Laien entstellt werden könnte.

Tatsächlich wurden aber im Laufe der Jahrhunderte die einfachen biblischen Wahrheiten durch viele Lehren und Traditionen von der Kirche selbst verschüttet. So stand die päpstliche Autorität genauso im Gegensatz zum geschriebenen Wort Gottes, wie die Heiligen- und Marienverehrung, der Ablasshandel und vieles mehr. Nichts davon fand man in den Lehren von Jesus und seinen Jüngern. Im Gegenteil, sie standen in krassem Gegensatz zu dessen Worten.

Sola Scriptura, der Weckruf der Reformatoren, war keine ausgeklügelte, theologische List, um der Kirche zu schaden, sondern der einfache Ruf, sich auf die ursprünglichen Lehren und auf das einfache Verständnis der urchristlichen Gemeinde zu besinnen. Dafür war es notwendig, die Schriften selbst zu lesen und zu prüfen. Alle Lehren und Traditionen, die der Bibel widersprachen, sollten abgelehnt werden, ohne göttlichen Zorn befürchten zu müssen.

Im gleichen Maße sollte man auch alle eigenen Überzeugungen anhand der Bibel prüfen. Aberglaube und Irrlehre unterlagen schließlich keinem kirchlichen Patent. Die fragwürdige Gabe, Wahrheiten zu ver- oder entstellen, liegt wohl in der menschlichen Natur. Gepaart mit Macht und Einfluss erreicht sie Höhenflüge, die kaum Grenzen kennt. Das finstere Mittelalter wird deshalb mit Recht so bezeichnet.

Mit Sola Scriptura bezog man sich auf den Text von 2. Timotheus 3,16: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“

Sola Scriptura – das biblische Wort sollte wieder die Quelle der Erkenntnis aller christlichen Lehren, Traditionen und auch des täglichen Lebens werden. Dafür war es notwendig, das Wort Gottes möglichst allen Menschen in ihrer eigenen Sprache zugänglich zu machen. Luther spielte dabei mit seiner Übersetzung eine überragende Rolle.

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