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06.11.2017

Solus Christus: Allein Christus

Jeder von uns trägt einen schweren „Rucksack“: eine Last von Schuld. Wer nimmt uns diese Bürde ab? Nur Jesus kann uns wirklich befreien. Wir brauchen keine menschlichen Mittler und Fürsprecher - Jesus genügt!

Der reformatorische Grundsatz „Solus Christus“ gehörte zu den grundlegenden Anliegen der Reformatoren. Allein Christus ist das Heil! Nur durch ihn könne der Mensch zu Gott kommen und von seiner Schuldenlast befreit werden: „Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen: Das ist Christus Jesus, der Mensch geworden ist.“
(1. Timotheus 2,5)

Dieser Grundsatz stieß auf heftigen Widerstand. Die Kirche sah sich ja nicht nur als Versammlung der Gläubigen, sondern auch als Gnadenvermittlerin. Außerhalb von ihr gab es keine Gnade vor und von Gott. Jeder Mensch war auf sie angewiesen. Ein direkter und persönlicher Zugang zu Jesus Christus war nicht vorgesehen. Demzufolge gab auch die Kirche den Weg vor, den der gläubige Mensch gehen sollte.

Maria, die leibliche Mutter von Jesus, die Jünger bzw. die Apostel sowie viele Männer und Frauen, die von der Kirche heiliggesprochen wurden, nahmen einen entscheidenden Platz in der Mittlerrolle ein. Maria bekam eine überragende Stellung zugewiesen und nimmt sie in der katholischen Kirche bis heute ein. „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder …“ Es gehört zum täglichen Ritual, Maria in der Fürbitte diese Stellung einzuräumen, denn sie habe „diesen heilbringenden Auftrag (zu vermitteln) nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken.“ (Aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil, III. Die selige Jungfrau und die Kirche, 62, https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/238.html#ch8)

Wer die Evangelien hinsichtlich einer überragenden Stellung Marias durchsucht, wird nicht fündig werden. Aber er wird mit der unmissverständlichen Botschaft von Jesus konfrontiert: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Johannes 14,6) Paulus hielt fest: „Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“
(Apostelgeschichte 4,12)

„Solus Christus“ – dieser Grundsatz befreit den Gläubigen von Abhängigkeiten gegenüber anderen Menschen. Der Zugang zu Gott ist für jeden Menschen frei. Diese christliche Freiheit bedeutet auch, verantwortlich mit dem Wort Gottes und mit der christlichen Lehre umzugehen. Christus allein verkörpert den entscheidenden Grundsatz, der zu Gott und schließlich zum ewigen Leben führt.

Pierre Intering

 

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